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Gitarrenbauer David Brahm

Über mich und meine Philosophie

David Brahm – Meister im Zupfinstrumenten-Macherhandwerk

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Bau von Zupfinstrumenten, ihrer Geschichte und der Entwicklung bis zur heutigen Zeit.

Wie alles begann

... Musik gemacht habe ich schon immer irgendwie. Alles fing auf Maulwurfshügeln an. Das war meine erste große Bühne. Mein Publikum: Ameisen und Käfer. Naja, so allerhand Krabbeltiere eben. Mann hat das gerockt! Ein Star steht hier und keiner merkt es, argh!
Bekleidet war der kleine Matz, gerade Mal acht Jahre alt, mit Mundharmonika und ... ja Schuhe und Mütze hatte ich auch an. Nicht, dass ich mich noch erkälte, hi, hi ... Meine monotonen syllabischen Gesänge unterhielt die Welt der Kriech- und Schleichtiere. So fing meine Laufbahn als Musikus an. Cool oder?

Es sollte aber nicht dabei bleiben. Bald kam die Rhythmik hinzu. Das Trommeln auf Vaters alten Ölfässern gefiel mir sehr, am liebsten vier Uhr morgens bei sternenklarer Nacht. Da machte mir das Trommeln so richtig Spaß. Mal solo, mal als Band gemeinsam mit meinem kleinen Bruder ... Tja, wir hatten Spaß :-)

Weiter ging die Reise, die erste aus Pappe, Brettern, Nägeln und Angelsehne gefertigte Gitarre entstand im zarten Alter von 12 Jahren. Yeah, Rock 'n' Roll. Dieses sagenhafte Instrument war allerdigs noch weit entfernt von einem voluminösen Wohlklang. Ich möchte den Klang dieses einzigartigen Instrumentes als eher pappig, nasal, nuschelig und sehr leise beschreiben. Aber hey, das erste eigens gebaute Instrument und ich war stolz wie Bolle.

Dann die erste richtige Gitarre, ein Geschenk vom Vater eines Freundes. Spielen konnte ich zwar nicht, aber das Ding war ständig bei mir und das war cool.

Doch irgendetwas stimmte nicht mit dieser Akustikgitarre. Oh Mann, Saitenlage, wow, gefühlte 1,5 km entfernt vom Griffbrett. Bottelneck ging, aber Akkorde waren aua! Die Saiten hatten lustige Farben, so grünlich-gelblich bis hin zu Dunkel-schwarz. Die waren wahrscheinlich schon gefühlte 102,4 Jahre alt.

So legte ich Hand an und ... habe es versaut. Aber irgendwie hat es mich gepackt. Ich wollte wissen, wie man so was baut und repariert. Ich war (und bin es heute noch) wie hypnotisiert.

Ab hier beginnt die Odyssee meines Lebens. Ich möchte euch aber nicht mit langweiligen Details nerven.

Um es kurz zu machen: Nach gefühlt 1560 Absagen hat mich der Mut verlassen. Ich hatte absolut keinen Bock mehr. Aber aufgeben ist keine Option, auch wenn dies zu diesem Zeitpunkt im Raum stand. Dem Aufgeben nahe bekam ich einen heißen Tipp. Dem ging nach und so erlernte ich das Handwerk im vogtländischen Klingenthal. Juchhu, nach all der Zeit des Zweifelns, der vielen Absagen hat es endlich geklappt. Mit dem Gesellenbrief in der Hand war ich schon sehr glücklich, doch wollte ich noch mehr wissen und erwarb im Jahr 2013 den Meistertitel im Zupfinstrumentenmacherhandwerk in Markneukirchen.

Wo wird das enden? ……….. Hmmmm, lassen wir uns überraschen!

Was soll ich noch sagen?

Das Schaffen mit meinen Händen bereitet mir Freude. Es erfüllt mich ein ums andere Mal mit Freude und Stolz, wenn ein weiteres Projekt abgeschlossen wurde und ich in die zufriedenen Gesichter derer blicke, die sich ein Instrument haben bei mir bauen lassen oder selbst gebaut haben oder es bei mir haben reparieren lassen.
Ich freue mich, dich in meiner Werkstatt begrüßen zu dürfen – ob zum Kurs, für eine Reparatur an deiner Gitarre oder einfach nur aus Neugierde. Du bist herzlich willkommen.

Wir sehen uns in meiner Werkstatt!

Denise - unsere Umschülerin

Umschülerin Denise ist seit 2021 als Umschülerin zur Zupfinstrumentenenmacherin bei mir. Hier präsentiert sie voller Stolz ihre bei mir erste gebaute Gitarre.

Philosophie

Du trägst mit dem Erwerb eines von mir gebauten Instrumentes passiv zum Erhalt der Umwelt bei. Ein Teil des Geldes kommt dem Naturschutz und Baumpflanzprojekten in Form einer Spende zu Gute.

Es geht um Nachhaltigkeit, Wiederaufforstung, Schaffung neuer Ressourcen.

Somit erhält die Natur einen Teil zurück, den ich mir bei Ihr geliehen habe, um dir ein schönes Instrument zu schaffen.

Im Bau meiner Instrumente kommen überwiegend Hölzer aus dem eigenen Land sowie den Europäischen Nachbarländern zum Einsatz. Auf Tropenhölzer verzichte ich, da der ökonomische und ökologische Aufwand diese zu beschaffen, nicht zu verantworten ist.

Recycelte Materialien, Lacke, Leime, Öle und Wachse sind natürlichen Ursprunges. Kein krebserregendes Formaldehyd, keine synthetischen Weichmacher etc. 90% Natur, bis auf einige wenige Materialien wie z.B. die Saiten, die schon mal aus Kunststoff hergestellt werden.

Beim Selektieren der Hölzer nehme ich mir sehr viel Zeit, da jedes Instrument seinen Individuellen Charme und Charakter hat, so wie du auch. Klang, Oberflächenbeschaffenheit, Beanspruchung (Haltbarkeit, Aktionen) spielen da eine übergeordnete Rolle. Ich benutze so viel Maschine wie nötig und so wenig wie möglich, der größte Teil der Verarbeitung geschieht Händisch. Das Aushobeln der Decken, Zargen und Böden, der Hals, das Griffbrett, der Steg werden in Handarbeit gefertigt. Warum soviel in Handarbeit? Nun, ich kann so viel präziser auf das Material eingehen. Die Folge: Ich habe bis zu 95% weniger Ausschuss (Materialverlust), eine Maschine kann nicht auf Äste oder Faserverlauf eingehen. Fazit: Ich arbeite nachhaltig und ökonomisch.

Meine Gitarrenmodelle

Nordlicht 2019

Das Nordlicht, ist eine Stahlsaitengitarre in Torresform. Der Ober und Unterbug dieses Instrumentes sind von der Tiefe so gefertigt wie die der klassischen Dreadnought. Als Hölzer kommen bei bei diesem Instrument geriegelte Esche für den Korpus, Fichte für die Decke, Ahorn für den Hals, Bocote für das Griffbrett und Pflaume für den Steg zum Einsatz. Der Hals Korpusübergang am vierzehnten Bund sorgen für das gewohnte spielgefühl einer Westerngitarre. Steg und Sattelmaterial bestehen aus Knochen.Das Finish ist Schellack mattiert.

Ein Hörbeipiel vom Nordlicht, eingespielt vom Stralsunder Musiker Marco Blasi. Aufgenommen in meiner Werkstatt. Viel Spaß beim hören.

Zum Video

Techno Daten:
Korpus: Esche geriegelt
Decke: Alpenfichte
Der Hals: Ahorn
Griffbrett: Bocote
Bünde: Jumbo
Mechanik: Schaller
Steg: Pflaume
Bernsteineinlage
Lack: Schellack mattiert
Sattel: Knochen
Mensur: 520mm
Sattelbreite: 42mm

Dünenliebe 2019

Die Dünenliebe ist eine klassiche Gitarre.

Ihr schlanker Hals, misst am Sattel 50mm und ermöglicht ein komfortables Spielgefühl. Ihre Mensur bietet mit ihren 650mm reiche Bässe, brilliante Höhen und ausgewogene Mitten. Die besonderheit des Cuttaway liegt darin das es nicht durchgehend ist (Bevelcut), so bleibt mehr Raum vom Korpus was sich positiv auf die Klangeigenschaften des Instrumentes auswirkt.

So klingt die Dünenliebe. Ein kleines aber feines Medley, eingespielt vom freischaffenden Musiker Marco Blasi aus Stralsund. Aufgenommen in meiner Werkstatt. Viel Spaß beim hören.

Zum Video

Techno Daten:
Korpus: Ambrosia Maple
Decke: Zeder
Hals: Ambrosia Maple
Griffbrett: Birne
Bünde: Jumbo
Mechanik: Schaller
Steg: Wallnuß
Bernsteineinlage
Bevelcut: Palisander
Oberarmbevel: Palisander
Lack: Schellack
Sattel: Knochen